"… und plötzlich war alles anders"
Kurzfilmprogramm
Abhaun!, D 2004, Christoph Wermke 10 min., Spielfilm, FSK 6
Etwas ich, D 2007, Konrad Kästner 16 min., Dokumentarfilm, FSK 6
11:31, D 2004, Medienprojekt Wuppertal, 7 min., Spielfilm, FSK 12
Tougher Yet, D 2006, Felice Goetze, 15 min., Spielfilm, FSK 6
Der zweite Bruder, D 2007, Stefan Schaller, 22 min., Spielfilm, FSK 12
Die Filme
Die fünf Filme des Kurzfilmprogramm "… und plötzlich war alles anders" werfen einen Blick auf die schwierige und gleichzeitig aufregende Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein, in der sich von einem Moment auf den anderen alles ändern kann.
So wie bei Nico, der sich längst entschieden hat, abzuhauen, seine Heimat in der ostdeutschen Provinz, in der er keine Zukunft sieht, hinter sich zu lassen. Mit gepackter Reisetasche wartet er auf den Bus, als Sandy sich zu ihm setzt. Und plötzlich ist es gar nicht mehr so klar, für welchen Neuanfang Nico sich entscheiden wird.
Pauline hat längst mehr als nur einen Neuanfang hinter sich. Sie ist erfunden worden und hat sich selbst neu erfunden. Als Teil des Popduos "Etwas" hatte sie tausende Fans und ihre Videos liefen auf MTV. Völlig ungeklärt blieb dabei die Frage nach ihrem eigentlichen "Ich". Der junge Dokumentarfilmer Konrad Kästner spürt in seinem sensiblen Portrait dem nach. Was bleibt übrig vom "Ich", wenn es zwischen fremden Erwartungen, eigenen Bedürfnissen und der Arbeit an der perfekten Projektionsfläche zerrieben wird.
Mit "11:31" zeigt das Medienprojekt Wuppertal auf formal einfache, aber dramaturgisch außerordentlich bedrückende Weise, was passieren kann, wenn Fremdzuschreibungen übermächtig und sogar unüberwindbar geworden sind. [ACHTUNG! Aufgrund der Ereignisse in Winnenden empfehlen wir, diesen Film NICHT zu zeigen!]
Der Kurzspielfilm "Tougher Yet" begleitet Sarah und Marcus, ein junges glückliches Paar. Beide haben sich etwas sehr Dringendes zu sagen, das ihnen schon lange auf dem Herzen liegt – doch es gelingt ihnen einfach nicht, die selbst auferlegten Kommunikationsschranken zu überwinden.
Auch in Stefan Schallers Kurzfilm "Der zweite Bruder" bleibt das wichtigste Thema lange Zeit von den Beteiligten unerwähnt. Dabei leidet der Abiturient Tobias nicht nur unter dem Tod seines Bruders, sondern vor allem unter dem Schweigen seiner Eltern, die sich verzweifelt um Normalität im Gefühlschaos bemühen und dabei ganz vergessen, dass auch Trauer, Wut und Schuldgefühle einen Platz im Alltag brauchen.
Der Hintergrund
Pubertät: Aufbruch in eine neue Zeit auf der Suche nach dem neuen Ich. Sehnsucht nach großen Gefühlen! Anders sein um jeden Preis! Manchmal wird alles zu viel... Der Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenenalter – ein drastischer Einschnitt im Leben eines jungen Menschen. Die alten Sicherheiten gelten nicht mehr, die neue Persönlichkeit ist allenfalls in Umrissen zu erkennen. Vorsicht: Umbauarbeiten!



